Liebfrauen

Osnabrück-Eversburg


Die Liebfrauengemeinde hat ihre Ursprünge schon lange vor dem Bau der Liebfrauenkirche. Mit dem Bau der Burgkapelle Maria Trost ist der eigentliche Ursprung und Anfang der Liebfrauengemeinde gegeben. Sie dient von Anfang an den Bewohnern der Umgebung als Gotteshaus und wird zur „Wiege“ der Liebfrauengemeinde. Vielen Menschen aus Eversburg und Pye bleibt dadurch der weite Weg nach Wallenhorst erspart, zu deren Gemeinde sie bis zum Bau der Burgkapelle gehört hatten. Am 01.04.1919 errichtet Bischof Dr. Wilhelm Berning mit amtlicher Urkunde offiziell die Liebfrauengemeinde.

 

Ende des 19. Jahrhunderts fingen die Bemühungen des Bistums an, in Eversburg auch eine Kirche zu bauen, die mit den Erschwernissen des 1. Weltkrieges dann am 08.12.1923 eingeweiht werden konnte. Seit Oktober 1999 bildete Liebfrauen eine Pfarreiengemeinschaft mit St. Matthias in Pye. Seit der Fusion am 1. Januar 2018 gehören beide Gemeinden aktuell zur Pfarrei Dom St. Petrus.

 

Viel Zeit und Aufwand hat die Verantwortlichen, die Kostenträger, den Kirchenvorstand, die bauausführenden Handwerker und den Architekten Dwertmann die letzte Sanierung Anfang des 21. Jahrhunderts gekostet, was aber letztlich zu einem vortrefflichen Ergebnis geführt hat. Nach erfolgreicher Innensanierung erstrahlt die Liebfrauenkirche in neuem Glanz! Sie werden überrascht sein, was Menschen mit ihrem Willen und ihrer Überzeugungsarbeit alles bewältigen können.

 

In einer feierlichen Übergabe der grundsanierten Liebfrauenkirche durch Bischof Franz-Josef Bode sprach dieser in seiner Einführung über die Bedeutung der neu errichteten Taufkapelle. Im Namen des dreifaltigen Gottes getauft, sind wir Mitglieder unserer Glaubensgemeinschaft, also lebendige Steine dieser Gemeinschaft. Als Zeichen, dass wir ständig Erneuerung und Stärkung in Christus brauchen, zog er durch die Kirche, um sie mit Weihwasser zu segnen.

 

In seiner Predigt ging der Bischof auf die Schwerpunkte der Kirchensanierung ein:

-       Erneuerung des Fußbodens – Bodenhaftung im Glauben

-       Neue elektrische Leitungen und Beleuchtung – offen sein für die verschiedenen Wege Gottes mit uns Menschen, die uns beleuchten und erleuchten können

-       Ausmalung der Kirche – Erfrischung, Erneuerung unseres Glaubens

-       Neue Bänke – es tut dem Körper gut, bei den Gottesdiensten verschiedene Haltungen einzunehmen.

-       Schmerzhafte Mutter (Pieta) – unsere Sprachlosigkeit vor so viel Leid, Schmerzen und Tränen in der Welt und unter uns Menschen.

 

Die ganze Feier stand im Licht des Patroziniums der Gemeinde (Unbefleckte Empfängnis Mariens). Im Zuge der Sanierung hat das Diözesanmuseum die zu dem schon seit 1970 über dem Altar hängenden Kreuz gehörigen Statuen (Maria und Johannes) übergeben. Diese drei bilden das Dreieck, wo göttliche Liebe in menschlicher Gestalt sichtbar und spürbar wird.

 

Die Geheimnisse und Ereignisse des Glaubens werden durch die Beleuchtung viel mehr spürbar. So erklärte der Künstler Mario Haunhorst sein Werk. Die Sinne der Glaubenden werden mehr angesprochen. Durch die verschiedenen Lichtakzente nimmt man den Raum, die Figuren, ganz anders wahr.

Geschichte der Liebfrauen Kirche und der Gemeinde

1896 Vikar Engelbert Buchholtz erwirbt eine Wiese in unmittelbarer Nähe zur Burgkapelle, auf dem zunächst ein Gemeindehaus und eine neue Kirche entstehen wollen.
1906 Ein geräumiges Pfarrhaus wird fertig gestellt.
01.04.1914 Die Liebfrauengemeinde wird von Bischof Dr. Wilhelm errichtet und Dr. Engelbert Buchholtz wird der erste Pfarrer.
22.05.1922 Der Grundstein wird feierlich gelegt.
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Burgkapelle Maria Trost Eversburg

Die Burg- oder Schlosskapelle gehörte zur alten Eversburg, welche von 1223 bis 1802 Sommerresidenz der Dompröpste des Osnabrücker Domkapitels war.

Die Kapelle wurde 1701 durch Dompropst Graf Franz Arnold von Wolff-Metternich für die Bewohner, die im Dienst des Dompropstes und der Burg standen, aber auch für die katholischen Ansiedler gebaut. Das Wappen, Wolf und Wolfsfalle, mit der Jahreszahl 1701 steht heute noch über dem kleinen Portal der Kapelle.

1819 wird ein Antrag der Wallenhorster, die Kapelle abzureißen und die Einkünfte der Vikarie nach dorthin zu verlegen, vom Osnabrücker Generalvikar von der Gruben abgelehnt. Die Kapelle verfällt wegen der fehlenden Einkünfte in den Folgejahren mehr und mehr.

Bis zum Jahr 1923, in dem die jetzige Liebfrauenkirche eingeweiht wurde, war die Burgkapelle auch die Pfarrkirche von Eversburg.

Von 1923 bis 1954 diente die Kapelle als Jugendheim. Als dann ein neues Jugendheim erstellt war, wurde die Kapelle mit viel Liebe und Opfer an Geld und Arbeit wieder hergestellt.

 

1962 wurde die Kapelle durch Generalvikar Wilhelm Ellermann wieder eingeweiht. Die Kapelle erhielt nun den Patronatstitel „Maria Trösterin“, kurz „Maria Trost“ - ein schlichter Barockbau mit einem schönen Barockturm, 2 Glocken und einem vergoldeten Kreuz auf der Spitze des Turmes. Pfarrer Beuke passte die Innenausstattung dem Barockstil und dem Altar der Kapelle an. Sie erhielt eine große Anzahl von Statuen, ferner ein Orgelprospekt im Barockstil und Barockleuchter. Das große Altarbild zeigt Maria mit dem Kind, an den Seiten St. Michael und Paulus, darunter der Teufel, von St. Michael besiegt. Vier eiserne Stangen geben der Kapelle Zusammenhalt, weil der Grundboden moorig ist.

 

 Die Kapelle verfügt über ca. 65 Sitzplätze und wird für kleinere Gottesdienstgemeinden, Andachten, Goldene Hochzeiten und Trauungen genutzt.

Glocken der Burgkapelle Maria Trost

1906 forderte der damalige Baron Ostman von der Leye die der Kapelle geliehene Läuteglocke zurück. Die Glockengießerei Otto in Hemelingen leiht der Gemeinde noch im selben Jahr zwei kleine Bronzeglocken unter der Bedingung jährlicher Leihgebühr und Zinszahlung. Die Gemeinde ist so arm, dass sie die jährlich anfallenden Kosten nicht aufbringen kann.

1923 wird die mühsam ersparte Liebfrauenkirche gebaut und die Glocken aus der Kapelle ziehen mit in den neuen Glockenturm.

1936 ist die Gemeinde erst in der Lage, sich eigene Glocken zu leisten. Die Leihglocken werden zurückgegeben und von der Fa. Otto nach Altona-Osdorf verkauft.

 

1962 erhält die renovierte Kapelle den Namen „Maria Trost“ und auch zwei neue Glocken von der Glockengießerei Petit & Gebr. Edelbrock in Gescher.